Sabine wohnt in einer Kleinstadt. Sie ist dort aufgewachsen und mit ihrer besten Freundin Tina schon seit der Kindheit befreundet. Die beiden erzählen sich ‚alles‘ und dieses alles beinhaltet auch ihre Ängste.

Sabine hat die Angst, als Mutter nicht gut genug zu sein und ihren Kindern nicht das beste mit auf den Weg geben zu können. Im Job fühlt sie sich überfordert. Außerdem hat sie Angst, dass ihr Mann sie langweilig finden könne und sich eine andere sucht.

Sie fühlt sich manchmal wie eine richtige Versagerin, aber hält nach außen hin immer das Bild der starken Frau aufrecht.

All das vertraut sie nur Tina an, weil sie Tina vertraut.

Für Tina sind diese Ängste „nicht so dramatisch“ und bei einer Kaffeerunde im Freundeskreis erzählt sie anderen davon. Gemeinsamen Freundinnen.

Eine dieser Freundinnen spricht Sabine darauf an. Sabine ist entsetzt. Wie konnte Tina ihr Vertrauen so missbrauchen und ihr Geheimnis weitererzählen?

Was ist passiert?

Tina hält Vertrauen für nicht so wichtig. Ihr war nicht bewusst, wie sehr sie Sabine damit verletzt. Ihr Verhalten hat eine Grenze übertreten.

Tina hat gegen Sabines Werte verstoßen.

Was sind überhaupt Werte?

 

Werte sind vereinfacht gesagt das, was dir wirklich wichtig ist. Deine persönlichen Werte sind deine Prioritäten, die dich zum Handeln bringen und die dich z.B. empfinden lassen, wie du ein bestimmtes Ereignis einordnest.

Allgemein gültige Werte sind Teil der Kultur, so wie man den Deutschen gern Ordnung und Sauberkeit nachsagt.

Deine persönlichen Werte setzen sich zusammen aus Erfahrungen in der frühen Kindheit, durch die Erziehung deiner Eltern und durch die Erfahrungen, die du im Laufe deines Lebens so gemacht hast.

Sie können sich auch verändern. Nach der Geburt eines Kindes werden Werte wie Familie und Erziehung eine größere Rolle spielen als für einen jungen Mann, der eventuell mehr Wert auf Karriere legt.

Die 5 Lebensbereiche

 

Deine Werte können sich auch in Bezug auf die unterschiedlichen Lebensbereiche stark unterscheiden. Im Beruf ist dir Harmonie eventuell weniger wichtig als in deinen persönlichen Beziehungen.

Wir unterteilen in folgende fünf Lebensbereiche:

1. Mental – Selbstbewusstsein, Beruf / Berufung, deine Ziele, persönliche Weiterentwicklung, Lernen

2. Gefühle und Beziehungen – Freundschaften, Liebe, Familie

3. Spirituell – der Sinn des Lebens, deine Werte, Stärken und Schwächen

4. Finanzen – Einkommen, Besitz, Schulden

5. Gesundheit und Fitness – Körperzustand, Ernährung, Bewegung, Sport, Aussehen

Alle diese Bereiche beeinflussen sich gegenseitig. Bist du gerade unglücklich verliebt, fühlst du dich vermutlich nicht imstande, eine Fortbildung wahrzunehmen. Bist du ganz tief verschuldet und weißt nicht, wie du bis zum Ende des Monats dein Leben finanzieren sollst, magst du sehr wahrscheinlich nicht den Fokus auf eine gesunde Ernährung legen.

Jeder Mensch gewichtet die verschiedenen Bereiche anders, aber bei jedem Menschen sind alle fünf vorhanden. Es ist absolut wichtig, eine Balance zwischen den einzelnen Bereichen herzustellen, um ganzheitlich Zufriedenheit zu bekommen.

Wie findet man seine Werte?

 

Nimm dir Zeit und horch einmal ganz tief in dich hinein. Such dir für die folgenden Übungen eine ruhige Minute aus, in der du nicht gestört wirst. Koche dir einen Tee oder Kaffee und mach es dir gemütlich. Schreibzeug nicht vergessen!

Übung

Überlege dir für jeden der fünf Lebensbereiche fünf bis zehn Ziele (Beispiele findest du hier) LINK

Notiere dir eine kurze Definition dazu, was dieser Begriff genau für dich bedeutet. Freiheit kann die finanzielle Freiheit sein, oder ein minimalistischer Lebensstil ohne festen Wohnsitz, das Single Leben ohne viele Verpflichtungen, die politische Freiheit.

Was bedeutet jeder dieser Begriffe für dich und in diesem Lebensbereich?

Bleib bei dieser Übung ganz bei dir. Übernimm nicht etwas, weil das so sein muss („jeder Mensch muss ehrlich sein!“) oder weil es sich gut anfühlt („großzügig und selbstlos zu sein machen mich zu einem besseren Menschen“) und bewerte nicht. Schreib einfach auf, was dir wichtig ist.

Stell dir selbst die Frage: was ist mir wichtig? Ohne was kann und möchte ich nicht leben?

Beispiele für deine Werte können sein:

Authentizität, Besitz, Beziehungen, Entfaltungsfreiheit, Erholung, Traditionen, Selbstwert, Familie, Intelligenz, Karriere, Pünktlichkeit, Respekt, Freundschaft, Freizeit, Unternehmungslust, Veränderung, Vergnügen, Genuss, Unabhängigkeit, Zuverlässigkeit, Harmonie, Gerechtigkeit oder

 

Werte_Grafik

Du kannst dir natürlich auch eigene Stichworte aufschreiben, dir die so einfallen und wichtig sind.

 

Als nächstes erfolgt eine Priorisierung pro Lebensbereich. Was ist dir im Bereich Beziehungen am wichtigsten? Usw.

Streiche alle doppelt vorkommenden Begriffe raus. Streiche auch alle Werte, die die selbe Bedeutung für dich haben (z.B. Wohlstand und Geld).

Jetzt nimmst du aus den restlichen Werten die jeweils drei wichtigsten Werte pro Lebensbereich. Priorisiere weiter, so dass am Ende nur noch fünf Werte übrig bleiben.

Tadaaa! Jetzt kennst du deine Werte!

Was machen wir nun damit?

 

Nun, da du deine Werte kennst, wollen wir herausfinden, ob du deine Werte schon lebst und damit zufrieden bist.

Vergib für jeden deiner fünf Werte eine Beurteilung auf einer Skala von 1-10.

1 ist schlecht, 10 ist supergut.

Frag dich, wie zufrieden bist du momentan mit diesem Wert? Geht da noch was?

Die Skalierung gibt uns die Möglichkeit, nach einer gewissen Zeit wieder einen Blick auf deine Bewertung zu geben und eine Verbesserung zu dokumentieren.

Natürlich ist deine Einschätzung subjektiv, daher versuche, die Dinge nicht zu emotional zu betrachten, sondern konzentriere dich auf die Tatsachen.

Fertig? Weiter geht’s.

Warum braucht man überhaupt Werte?

 

Zuerst einmal: jeder Mensch hat Werte, egal ob er meint, sie zu brauchen oder auch nicht.

Deine Werte zu kennen liefert allerdings einen echten Mehrwert. Du kannst sie nutzen, um deine Ziele zu formulieren und konsequente Entscheidungen zu treffen. Dadurch gewinnst du Klarheit und verirrst dich weniger auf deinem Weg.

Die Erfüllung deiner Werte macht dich außerdem zufrieden. Achtest du auf die Einhaltung deiner Werte, lebst du im Einklang mit dir selbst.

Aber du wirst merken: wenn andere Menschen deine Wertansichten missachten, kann das ganz schön wehtun. Achte also darauf, deine Werte und Grenzen zu kommunizieren und diese einzuhalten.

Tipps, wie du zum Beispiel einmal (mehr) NEIN sagst, findest du auch hier.

Fazit

 

Wenn du genau weißt, was für dich wichtig ist und wo du hin willst, kannst du auch dementsprechend handeln.

Du triffst bessere (zu dir besser passende) Entscheidungen und bist automatisch zufriedener. Nur wer seine Werte kennt, kann Verantwortung übernehmen und sein Leben aktiv steuern.

Siehst du das genauso?

Schreib mir doch in den Kommentaren, welche Werte für dich wichtig sind und warum – oder warum nicht. Ich freu mich auf deine Meinung!

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Was sind eigentlich Werte? Und was soll ich damit?
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