Das kennst du bestimmt: wenn du Leute kennenlernst, kommt schon mal die Frage „und wer bist du?“ Je nach Kontext antwortest du darauf mit deinem Namen, vielleicht Alter oder Beruf, oder mit Erklärung „…die Mutter / Freundin von…“

Niemand erwartet im Smalltalk tiefschürfende Offenbarungen und würdest du antworten mit

Ich bin ein attraktiver und leidenschaftlicher Liebhaber!

würden dich die Leute wahrscheinlich etwas anders einstufen, als du vorhattest 😉

 

Neulich auf einem Seminar tauchte auch diese Frage auf. Wer bist du? Und die Antwort sollte nicht mit dem Namen abgeschlossen sein, sondern mit Adjektiven und Verben, die uns tatsächlich beschreiben.

Wir sollten uns für die Antwort ausreichend Zeit nehmen und die Zeit brauchten wir auch, um in uns zu gehen. Nachzudenken. Wer bin ich? Und bin ich so, wie ich sein möchte?

Wie wirke ich auf andere? Wirke ich so, wie ich denke? Bin ich so, wie ich wirke? Was möchte ich verändern, wie möchte ich wirken?

Und zurück zu dir: wer bist du? Wer möchtest du sein? Bist du, wer du sein möchtest?


Eine Frau lag im Koma. Plötzlich hatte sie das Gefühl, sie käme in den Himmel und stände vor dem Richterstuhl.
“ Wer bist du? “ fragte eine Stimme.
“ Ich bin die Frau des Bürgermeisters „, erwiderte sie.
“ Ich habe nicht gefragt, wessen Ehefrau du bist, sondern wer du bist. “
“ Ich bin die Mutter von vier Kindern. “
“ Ich habe nicht gefragt, wessen Mutter du bist, sondern wer du bist. “
“ Ich bin Lehrerin. “
“ Ich habe nicht nach deinem Beruf gefragt, sondern wer du bist. “
Und so ging es weiter. Alles, was sie erwiderte, schien keine befriedigende Antwort auf die Frage zu sein: “ Wer bist du? “
“ Ich bin eine Christin. “
“ Ich fragte nicht, welcher Religion du angehörst, sondern wer du bist. “
“ Ich bin die, die jeden Tag in die Kirche ging und immer den Armen und Hilfsbedürftigen half. “
“ Ich fragte nicht, was du tatest, sondern wer du bist. “
Offensichtlich bestand die Frau die Prüfung nicht, denn sie wurde zurück auf die Erde geschickt. Als sie wieder gesund war, beschloss sie, herauszufinden, wer sie war.
Und darin lag der ganze Unterschied.


Quelle: Anthony de Mello – Warum der Schäfer jedes Wetter liebt

 

Wie würdest du dich beschreiben?

 

Was hast du für Eigenschaften, für Stärken und Schwächen? Was macht dich besonders, was schätzen andere an dir? Und du selbst?

 

Beschreibst du dich vielleicht zuerst mit deinen gesellschaftlichen Aspekten

z. B. über deinen Besitz – ich bin Hausbesitzer

oder allgemein über deine Finanzkraft – ich bin Millionär

 

anhand von Leistungen – ich bin Schützenkönigin

über deinen Beruf – ich bin Verkäuferin

oder deine Position im Beruf – ich bin Abteilungsleiterin

 

Gehst du mehr in deine Rollen im Leben – Ich bin Mutter oder ich bin Freundin

oder über emotionale Eigenschaften – ich bin humorvoll

und Verhaltensweisen – ich bin Erfinder

 

oder beschreibst du dich über deine Zugehörigkeiten im Bereich des Glaubens – ich bin Christ

oder des Landes oder der Stadt, in der du lebst – ich bin Deutsche oder wie John F. Kennedy – ich bin ein Berliner

 

Kopien.Originale.Niebergall

 

Wenn du nun weißt, wie du bist und dir vorstellst, wie du sein möchtest, achte einmal darauf, wie viele dieser Vorstellungen wirklich aus dir selbst kommen.

Durch Einflüsse von außen, von anderen Menschen (deinen Eltern) und deinem Umfeld, entwickeln sich viele von einem Original zu einer Kopie.

Wenn man jemanden kopiert, dann meist, weil man ihn gut findet. Bedeutet das, das man sich selbst nicht gut findet?

Vielleicht braucht man manchmal nur einen Anstoß von außen, um das Gute bei sich auch selbst zu finden. Den möchte ich dir gern geben.

 

Ich beschreibe dir gleich eine Übung zur Feststellung deiner Identität.

Es geht hier nicht darum, einen anderen Menschen aus dir zu machen.

Du bist perfekt, so wie du bist!

 

Es geht darum, dass du erkennst, wer du bist und auf welche deiner Eigenschaften du den Fokus legen möchtest, um noch mehr der Mensch zu sein (und dies auch zu zeigen), der in dir steckt.

 

Übung zur Feststellung deiner Identität

 

Notiere dir einige Adjektive, die dich beschreiben würden, wenn du schon der Mensch wärst, der du sein möchtest.

liebevoll * mutig * charismatisch * kreativ * begeistert * attraktiv * leidenschaftlich * selbstbewusst * engagiert * dynamisch * powervoll

Notiere dir danach einige Hauptwörter, die dich beschreiben würden, wenn du dein Potential schon voll entfaltet hättest.

Macher * Mutter * Freidenkerin * Liebhaberin * Unternehmerin * Motivatorin * Glücksfee * Trainerin * Freundin * Netzwerkerin * Künstlerin

Was tut eine solche Person? Notiere dir einige Verben, die dich beschreiben

begeistern * bestärken * Komplimente austeilen * leben * lieben * schenken * vertrauen * fördern * inspirieren * zusammenbringen * aktivieren * zuhören

Am Schluss bildest du einen Satz mit den Worten aus deinen drei Listen und lässt ihn beginnen mit „Ich bin….“

Du kannst einen Satz, ein Statement, verfassen, dass dich ganzheitlich beschreibt oder für deine verschiedenen Lebensbereiche einzelne Sätze erstellen.

Ich bin eine kreative Künstlerin, die mit ihren Bildern und Gedichten andere Menschen tief im Herzen berührt und inspiriert. * Ich bin eine gesunde Frau, die mit Sport und ausgewogener Ernährung ihren Körper ganzheitlich energievoll und lebendig erhält. * Ich bin ein empathischer Coach, der durch seine feinfühlige Art und sein Fachwissen anderen Menschen einen Weg zurück ins Leben ermöglichen kann.

 

Am Ende dieser Übung hast du einen Satz (oder mehrere) erschaffen, der dich beschreibt. Du kannst ihn dir ausdrucken oder auf ein kleines Poster malen und wie ein Visionsboard immer wieder betrachten.

Du wirst dabei feststellen, dass je öfter du dich mit deinem Statement beschäftigst, umso stärker werden diese Eigenschaften in dir.

 

SeiDuSelbst

 

Wikipedia sagt: „Ergebnis eines Selbstfindungsprozesses ist ein persönliches Wertesystem und eine mehr oder weniger detaillierte Zukunftsplanung“

Kennst du deine Werte

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Selbstfindung: wer bin ich? Und wer bist du…?
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2 thoughts on “Selbstfindung: wer bin ich? Und wer bist du…?

  • Liebe Martje,
    eine schöne Herangehensweise, die Du hier beschreibst. Ich war in meinem Leben unter anderem bereits Projektmanagerin und Abteilungsleiterin. Aber mir wäre nie in den Sinn gekommen mich über meinen Beruf zu beschreiben (kommt natürlich auch immer auf den Kontext an). Schon spannend, was uns im Leben wichtig ist und wie wir uns selbst wahrnehmen und verkaufen.
    Und was bin ich aktuell?
    Ich bin eine StrukturStrategin die Selbstständigen hilft, ihr Unternehmen strategisch und gezielt nach vorne zu bringen.
    Weshalb hier jetzt eine Berufsbezeichnung steht? Nun, diese Berufsbezeichnung habe ich mir selber verpasst. Und sie steht nicht für einen Job auf irgendeiner Leiter. Sondern sie steht dafür, dass ich andere Menschen befähige und motiviere und sie auf dem Weg zum Erfolg unterstütze. Und das ist ein feiner, sehr wichtiger Unterschied 😉
    Liebe Grüße, Andrea

    1. Liebe Andrea,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Ich finde die Wahrnehmung im Innen und Außen der einzelnen Menschen auch total spannend!
      Als StrukturStrategin stelle ich mir das auch sehr wichtig vor – bestimmt nehmen manche deiner Klienten sich und ihr Unternehmen ganz anders wahr, als es nach außen wirkt. Super, dass du sie dabei unterstützt und motivierst!
      Ich kann mir auch ganz gut vorstellen, dass du ’nebenbei‘ noch ganz viel anderes bist 😉
      Liebe Grüße,
      Martje

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