Perfekt heißt nicht glücklich! Verena schreibt heute darüber, dass Perfektionismus dich nicht glücklich macht und beschreibt, was du machen kannst:

 

Perfektionismus

Warum Perfektionismus dich nicht glücklich macht und dir als Person sogar schaden kann!

 

Es gibt keine perfekten Menschen. Doch es gibt Personen, die uns glauben machen wollen, sie seien es. Weil sie uns ihren perfekten Körper vorführen, sollen wir denken, sie seien rundum perfekt.

Alles Humbug!

Warum Perfektionismus nicht glücklich macht, könnt ihr hier lesen.

 

Jeder von uns hat eine Um-Welt. Die Welt, die dich umgibt, hat entscheidenden Einfluss auf das, was wir gut und erstrebenswert finden. Wie eine Radiostation sendet sie andauernd Impulse aus dem Orbit:

Zieh das an, kauf dir neue Kleidung, du bist zu dick, ohne Cardio-Training wird das nichts, dein Bauch wölbt sich, ich mach jetzt Aerial Yoga, du hast ja schon graue Haare, probier doch mal vegan zu essen, nein, wir sind jetzt paleo…

Diese Liste kann jeder für sich fortsetzen oder verändern. Nicht immer ist es einfach, diese ganzen Meinungen, vermeintlich wichtigen Trends und Hypes von uns fern zu halten.

Körperkult

 

So leicht, lass ich mich anstecken: weniger von neuen Trends als von der unterschwelligen Haltung, dass nur ein schlanker, durchtrainierter Körper perfekt und ästhetisch ist.

Ich bin weder dick noch wirklich unglücklich mit meiner Figur, bin aber seit ich ein Teenager bin der Meinung, ein paar Kilo weniger würden nicht schaden.

Dass mein Körper mittlerweile zwei Geburten geleistet hat, rechne ich ihm hoch an.

Das versuche ich ihm auch immer einmal wieder liebevoll mitzuteilen.

Da mein Bauch in der Zwillingsschwangerschaft ganz schön gedehnt wurde, rechne ich nicht mehr damit einen Sixpack-Bauch je zu erreichen. Dennoch übe ich so oft wie möglich Yoga und mache Bauchmuskeltraining.

Das Streben nach Perfektion abzulegen, heißt nämlich nicht, gar nichts mehr für seinen Körper zu tun. Denn gerade beim Yoga merke ich sehr deutlich: Der Weg ist das Ziel. Wenn ich übe, ruhe ich in mir selbst, ich atme tief durch und kann alles abschütteln, was mich belastet. Das ist wundervoll.

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Lebensdesign?

 

Genauso geht es mir mit dem Perfektionismus, was mein Verhalten betrifft. Nur finde ich es viel, viel schwieriger, hier so ein Bewusstsein zu entwickeln wie ich es in Bezug auf Körperkulte und Zufriedenheit mit meinem Körper erlangt habe.

Die unbewussten Muster, nach denen ich lebe, sind eine harte Nuss. Oft mache ich mir, aber auch den Menschen, die mit mir zusammen leben, enormen Stress mit meinem Perfektionismus.

Alles muss durchgeplant und organisiert sein. Für die Kinder mache ich manchmal soviel aus, dass ich am Ende merke, es wäre eigentlich ein Mittelmaß an Programm ausreichend gewesen.

Deshalb stört mich auch der Begriff Lifestyle Design. Es ist nicht möglich, sein Leben komplett selbst zu designen. Da gibt es einfach noch ein paar große Unbekannte, die ihre Hand im Spiel haben.

Und immer wenn ich zuviel designe, kommen diese Faktoren ins Spiel und machen einen dicken, fetten Strich durch meine Rechnung. Es seien da, Krankheit, unvorhergesehene Ereignisse und Treffen und: Gevatter Zufall.

Strich_Rechnung

Kein Plan

Gerade lerne ich viel über die indische Göttin Kali Ma. Sie wird oft als Zerstörerin, als die Dunkle, die Geheimnisvolle und die Schreckliche dargestellt. Doch so furchterregend ist sie gar nicht. Sie repräsentiert nämlich nicht nur die destruktive Seite weiblicher Energie, sondern sie steht auch für Transformation, Metamorphose und Wandel.

Indem sie alles niederreißt, was da war, was uns belastet, verkommene Strukturen und tradierte Muster, schafft sie erst den Raum, um etwas zu verändern.

Und genau das hat Kali Ma für mich mit meiner ständigen unbewussten Affirmation „Ich will mein Leben perfekt gestalten“ zu tun. Ich mache mir bewusst, dass ich mit dem ständigen Planen und Designen meiner Tages- und Wochenabläufe, und damit auch meines Lebens, keinen Raum für Kreation und schöpferische Energien mehr lasse.

Meine neue und bewusste Affirmation heißt daher:

Mach doch einfach mal gar nichts, leg die Beine hoch und warte, was der Monat so bringt.

Und wenn ich das schaffe, entstehen neue Freundschaften aus zufälligen Treffen und andere wunderbare Projekte, die man sich mit Vorausplanen einfach nicht ausdenken kann. Denn sie entstehen aus der Energie mehrerer Menschen und aus ihrem Zusammentreffen. Genauso ist es in der Familie: wenn ich mich mit meiner Planerei zurücknehme, kommen Ideen von den anderen.

Mutterrolle

 

Es gibt keine perfekten Mütter. Auch das sieht immer nur so aus. Ich habe das längst aufgegeben. Ich entschuldige mich bei meinen Kindern, wenn ich einen Fehler gemacht habe und versuche mir ruhig ihre Sicht der Dinge anzuhören und mich in sie hineinzuversetzen. Und ich bemühe mich, nicht zu schreien.

Womit ich auch Schwierigkeiten habe, ist das Unter-einen-Hut-bringen meiner verschiedenen Rollen. Mutter, Partnerin, Journalistin, Freundin, Familienmanagerin, Tochter und Enkelin, Yogini, Bloggerin. Es geht nicht.

Ich bringe das einfach nicht unter einen Hut, und bin einfach mal besser in einer Sache und lass dafür was anderes schleifen.

Mehr dazu, wie ich mit diesem Thema umgehe, könnt ihr auf meinem Blog Mami Rocks lesen!

VerenaWagner04-03-2015

Verena schreibt auf Mami Rocks über das Leben als Frau – auch als Mutter! Du findest hier Inspirationen für kleine Auszeiten im Alltag, aber auch für Erholung, Spaß und Action zusammen mit der Familie. Sie bietet Anregungen, um die eigene Mitte zu finden und sie zu halten!

Perfektionismus ist ein Thema, das viele von uns betrifft… Danke für deinen Artikel, Verena!

 

Warum Perfektionismus dich nicht glücklich macht
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