Loslassen

Fast jeder kennt das. Schwierige Beziehung oder negative Gedanken. Man erzählt einem Freund davon und die Antwort lautet:

Du musst das endlich loslassen.

Guter Tipp, aber wie denn? Und ist das nicht furchtbar schwer?

Hm. Gute Frage. Ist Festhalten denn einfacher?

Oft denken wir, wenn wir an etwas festhalten, bleibt alles, wie es ist.

Sicher?

Die Welt dreht sich und die Umwelt entwickelt sich weiter. Wer stillsteht, muss sich zwangsläufig anderen Umständen stellen. Dann ist das, was man festhalten wollte, plötzlich vielleicht gar nicht mehr da.

Napoleon

Manchmal kommt uns Loslassen auch wie aufgeben vor. Unser Business, das nicht läuft, all die Investitionen.

Unser Studium, das wir abbrechen, weil es überhaupt nicht unseren Interessen entspricht. All die schöne Zeit.

Unseren Partner, mit dem wir gar nicht mehr zusammen passen.

Unsere Weltansicht, die wir beibehalten, weil das schon immer so war.

Loslassen bedeutet immer auch Veränderung.

 

Möchtest du etwas verändern? Etwas das dich nervt, das dir wehtut, das du nicht mehr ertragen willst?

Drei Möglichkeiten: Love it, change it or leave it

 

Henry Ford prägte diesen schönen Spruch. Im Grunde sagt er alles. Wenn dir eine Situation mißfällt, schau zunächst einmal, ob du dich mit ihr arrangieren oder sie sogar lieben lernen kannst (love it)

Vielleicht ist etwas, das dir im ersten Moment negativ auffiel, auf den zweiten Blick doch gar nicht so schlecht.

Wenn dir dies nicht gelingt, kannst du die Situation vielleicht verändern (change it).

Bei Gedanken ist das sicherlich möglich, bei Menschen ist es schwieriger.

Situationen, die du weder lieben noch ändern kannst, kannst du immer noch verlassen (leave it)

Stress mit deinem Chef – unüberbrückbare Differenzen? Such dir einen neuen Job. Problem gelöst.

Henry Fords Formel lässt sich auf alles anwenden, das dich stört. Dinge, Gedanken, Menschen. Sieh dir dazu mal die folgende Übung an.

Übung:

1. Erstelle eine dreispaltige Liste. In Spalte eins kommen alle Punkte aus den drei Bereichen, die dich stören.Der nervige Chef, das Verhalten der pubertierenden Tochter, der unaufgeräumte Gartenschuppen, deine Spinnenangst… einfach alles, was dich stört und was du überdenken und bearbeiten möchtest.

2. In die zweite Spalte trägst du ein, was du damit machen möchtest.

Love it – kannst du dich damit arrangieren oder es sogar zu lieben lernen?

Kannst du die besserwisserische Nachbarin akzeptieren und dich damit nicht länger belasten?

Change it – hast du Möglichkeiten, die Situation zu ändern oder zumindest dein Gefühl darin?

Kannst du den Kellerraum aufräumen (es endlich anpacken!) oder deinen Partner in einem klärenden Gespräch bitten, sein Verhalten zu ändern?

Lerne zu meditieren, um ausgeglichener zu sein und dich nicht mehr über deine aufbrausende Art zu ärgern.

Leave it – wenn du etwas weder lieben noch ändern kannst, bleibt dir nur der Weg zu gehen.

Such dir einen neuen Job, wenn du es mit dem cholerischen Chef nicht mehr aushältst oder mach eine Pause, wenn du den Stau nicht umfahren kannst.

3. In die dritte Spalte trägst du nun ein Datum ein, bis wann du den jeweiligen Punkt bearbeitet haben möchtest. Suche dir ein fixes Datum aus, bis wann du etwas lieben, ändern oder verlassen möchtest.

Alle Punkte, die du in der Liste mit „leave it“ markiert hast, solltest du loslassen. Hinterherjammern nützt genauso wenig wie in unangenehmen Situationen zu verharren.

Love_it_leave_it_change_it

Drei Aspekte: Dinge, Gedanken, Menschen

 

Was können wir loslassen? Oder was sollten wir loslassen?

Es gibt die Minimalisten, die Dinge loslassen (wollen). Fast alle Menschen müllen sich zu mit Dingen, die sie eigentlich nicht brauchen.

Klamotten, die zur Zeit nicht passen, verstopfen unsere Kleiderschränke. Alles mögliche brauch-ich-vielleicht-irgendwann-nochmal verschwindet in irgendwelchen Schubladen oder Abstellräumen und wird zum passenden Zeitpunkt meist gar nicht gefunden. Stehrümchen zieren unsere Regale und stauben langsam ein.

Braucht man das? Oder könnte man da doch einiges entsorgen und Platz schaffen?

Anchu Kögl beschreibt in seinem Blog, mit wie wenig Dingen man (über-)leben kann. Sehr eindrucksvoll!

Ich gebs zu, ich glaube ich brauche mehr. Aber ich kenne das gute Gefühl, wenn ich entrümpelt habe – ich fühl mich dann frei und leichter und energiegeladen (vielleicht um gleich die nächste Ecke anzugehen).

Gedanken loslassen… frei werden im Kopf

Fast jeder von uns kennt diese Gedanken:

Ich bin nicht gut genug.

Das mach ich morgen.

Geld macht nicht glücklich.

Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.

Die anderen haben immer viel mehr Glück als ich.

Ich schaffe das nicht.

Wahre Freundschaft gibt es nur unter Männern.

Lass das mal lieber sein, das wird doch sowieso nichts.

Ein Indianer kennt keinen Schmerz.

 

Die kommen dir bestimmt bekannt vor, oder? Keiner mag sie, jeder hat sie, und brauchen tut sie auch kein Mensch.

Das sind negative Glaubenssätze, die manchmal tief versteckt in uns schlummern und unser Handeln mitbestimmen. Zu diesem Thema gibt es demnächst noch einen eigenen Artikel.

Loslassen kann man allerdings auch Menschen. Menschen, die dir nicht gut tun, die dich mit negativen Glaubenssätzen füttern, dich niedermachen, deine Energie rauben.

Menschen, denen du überall begegnest. In der Familie, im Freundeskreis, im Elternbeirat der Schule.

Manchen Menschen können wir nicht entgehen, wir können sie also nicht loslassen. Was wir aber immer loslassen können ist das negative Gefühl, das sie in uns auslösen.

Wir können ihre Negativität nicht an uns heran lassen, denn wir bestimmen selbst, wie wir uns fühlen.

 

Andere können wir aus unserem Leben entlassen. Den Kontakt einschlafen lassen, sich bewusst und durch ein Gespräch distanzieren.

 

Die Menschen, die wir gern in unserem Leben hätten und bei denen dies leider nicht auf Gegenseitigkeit beruht, müssen wir auch loslassen. Den Expartner zum Beispiel.

Lass ihn gehen. Du wirst trotzdem wieder glücklich. Oder auch erst recht.

 

Buddha

So. Okay. Loslassen. Klingt gut.

Aber wie machst du das nun?

Übung:

Die Liste mit „leave it“-Punkten hast du schon erstellt. Nun schau dir zu jedem einzelnen Punkt mal an, was alles an negativen Konsequenzen folgt, wenn du NICHT loslässt. Schreib dir das am besten auf, schriftlich wirkt besser.

Das ist nicht schön, oder?

Im zweiten Schritt schau dir mal an, was es an positiven Auswirkungen haben kann, wenn du loslässt.

Du musst dich nicht mehr über ungeliebte Menschen ärgern. Du hast ein aufgeräumtes Zuhause. Du hast deine Selbstzweifel losgelassen und lebst nun frei und selbstbewusst dein Leben.

Klingt besser?

Dann stell beide Seiten gegenüber – überwiegt nicht ganz klar das Positive?

Das Ganze schriftlich vor sich zu sehen, bringt dich dem Loslassen schon einen großen Schritt näher. Essentiell ist immer der erste Schritt!


Wenn du dir unsicher bist, dich Zweifel plagen, sag dir immer wieder, dass du bereit zum Loslassen bist. Das sind positive Affirmationen. Unterdrücke alle Gedanken, die dir das Gegenteil einreden wollen. Du bist bereit!

Fazit:

Loslassen ist wichtig für uns, ist aber manchmal nicht so ganz leicht. Manchmal brauchen wir eine Weile, bis der Leidensdruck groß genug ist, um uns damit zu befassen.

Loslassen kann man lernen.

Und Loslassen ist kein Versagen. Durch jede Veränderung öffnet sich eine neue Tür. Mit neuen Chancen und Herausforderungen.

Möchtest du gern etwas loslassen? Aber findest noch nicht den richtigen Weg? Schreib mir in den Kommentaren, ich kann dir helfen :-)

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Dieser Artikel ist Teil der Blogparade von Manuela Csikor von Herzcoaching. Vielen Dank für die tolle Inspiration!

 

 

Loslassen: so schwer und doch so einfach – 3 Möglichkeiten
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6 thoughts on “Loslassen: so schwer und doch so einfach – 3 Möglichkeiten

  • Liebe Martje,
    das ist ja mal eine umfangreiche Anleitung zum Thema Loslassen. Top!
    Schwierig ist das Loslassen besonders dann, wenn wir bereits viel „investiert“ haben: Zeit, Geld, Aufmerksamkeit… Das ist psychologisch bewiesen.
    Zum Beispiel Klamotten ausmisten: Den meisten Menschen fällt es schwer Sachen, die sie schon lange nicht mehr getragen haben, auszumisten. Der gefühlte Wert (ich habe dafür Geld ausgegeben) wiegt schwerer.
    Das ist auch ein Grund, weshalb große Projekte oder Bauvorhaben so selten gestoppt werden. Es wurde einfach bereits gefühlt zu viel investiert. Selbst, wenn die Fertigstellung jetzt noch ein Vielfaches kostet tendieren wir dazu noch mehr reinzustecken. Das ist wunderbar übertragbar auf eine Business Idee, von der wir eigentlich merken, dass sie sich nicht trägt.
    Seit ich um dieses „Psycho-Spielchen“ weiß fällt es mir persönlich leichter mich zu trennen oder Projekte zu beenden.
    Vielleicht hilft das ja dem ein oder anderen noch zusätzlich beim Loslassen.
    Liebe Grüße, Andrea

    1. Liebe Andrea,
      vielen Dank für deine Info zu diesem „Psycho-Spielchen“ :-) Das kann ich mir auch sehr gut nachvollziehen. Obwohl sich etwas noch nicht rentiert hat und absehbar ist, dass es sich nie rentieren wird, machen wir oft weiter, weil schon zuviel dafür getan wurde. Spannend.
      Unter diesem Aspekt werde ich am Wochenende mal meine kleinen Projekte hier im Haushalt neu betrachten… Vielen Dank dafür!
      Liebe Grüße
      Martje

  • Liebe Andrea,
    vielen Dank für den Artikel und auch ganz besonders die schönen Grafiken dazu. Auf meinem Teebeutel stand gerade passend dazu: „Lasse die Dinge zu dir kommen“. Ja ich finde das ist gar nicht so einfach, wenn man etwas so gerne haben will. Irgendwie funktioniert es bei mir immer ganz gut, wenn ich dann Gründe finde, wieso ich es doch nicht unbedingt haben will. Vielleicht ist das für mich der einzige Weg loszulassen. :-)

    1. Liebe Lena,
      damit trickst du dich ein bißchen selbst aus 😉 Aber Hauptsache, es funktioniert!
      Vielen Dank für deinen Tipp und deinen lieben Kommentar!
      Alles Liebe,
      Martje

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