Kommunikation

Heute schreibt hier Jana Ludolf über die kleinen Tücken in der Kommunikation und wie diese zwischen Frauen und Männern geingen kann.

Vielen Dank, Jana!

 

Kommunikation zwischen Männern und Frauen – Der kleine feine Unterschied

 

Wer fremde Sprachen nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen.“

Johann Wolfgang von Goethe

Kommunikation zwischen Männern und Frauen – es wurde schon viel darüber gesprochen, geschrieben, verfilmt und doch funktioniert sie noch immer nicht reibungslos.

Was ist da los?

 

Wie in dem obigen Zitat von Goethe beschrieben – Männer und Frauen sprechen zwei verschiedene Sprachen. Hierbei meine ich schon, dass die zwei Wesen die gleiche Muttersprache benutzen, allerdings in unterschiedliche Nuancen. Und obwohl es schon so einige Literatur darüber gibt, kann dieser Unterschied nicht oft genug genannt werden.

Warum?

 

Wenn Frauen und Männern dieser Unterschied wirklich wirklich klar wäre, hätte wir weniger Streit am Abendbrot-Tisch, weniger mufflige Laune am frühen Morgen und weniger getrennt schlafende Pärchen. Und dann würden sich diese Lebensweisen auch nicht wieder negativ auf die Kommunikation zwischen Frauen und Männern auswirken. Frauen wären selbstbewusster im Umgang mit ihren/den Männern. Und die Männer wären wesentlich entspannter im Umgang mit ihren/den Frauen. Am Ende können nur beide gewinnen und darum geht es ja. Dass alle glücklich und zufrieden sind und unnötige Gedankenkarusselle endlich zum Stehen gebracht werden.

Aber wie funktioniert sie denn nun – die gelingende Kommunikation zwischen den beiden Geschlechtern?

 

Es ist ein Kreislauf – diese Kommunikation. Einer sendet eine Nachricht und ein anderer empfängt diese. Dann sendet der Empfänger seine Antwort an den ersten Sender und dieser wird damit zum Empfänger. Und immer so weiter. Dieses Kommunikationsbild hilft beim Verständnis, warum Frauen in der Früh immer noch das Ergebnis der gestrigen Diskussion wissen und genau dort weiter machen wollen. Männer wissen das Ergebnis auch noch – allerdings ohne Elan, genau an dieser Stelle weiter machen zu wollen. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer.

 

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Wieso ist das so?

 

Unser Kommunikationsverhalten lernen wir in frühester Kindheit. Wir sehen, wie unsere Eltern mit uns reden und erleben, wie unsere Eltern miteinander reden. Dieses Verhalten schauen wir uns ab und wenden es dann an. Wir lernen sozusagen am Modell Eltern. In unserer weiteren Entwicklung lernen wir unterschiedlichste Kommunikationsmodelle kennen. Im Kindergarten erleben wir unsere Erzieher, in der Schule erleben wir die Lehrer und nicht zu vergessen unsere Freunde.

Im Umgang mit diesen Menschen wenden wir unser erlerntes Kommunikationsverhalten an, prüfen es, festigen es oder lernen neue Modelle kennen, die dann besser zu uns passen. Soweit zum Verständnis wie Kommunikation funktioniert und warum wir reden – wie wir reden.

Wo liegt denn nun der Unterschied zwischen Frauen und Männern?

 

In einem Dialog wird eine Nachricht gesendet. Diese EINE Nachricht hat aber unterschiedliche Ebenen. Frauen wie Männern ist das oft gar nicht bewusst.

1. Die Sachebenen

Wird auf dieser Ebene miteinander gesprochen, werden Informationen, Fakten und Zahlen ausgetauscht. Hierbei geht es eben um die Sache und den Inhalt, weniger um persönliche Belange.

2. Die Selbstoffenbarungsebene

Wer in dieser Ebene miteinander kommuniziert, teilt dem Anderen etwas von sich mit. Die Gesprächspartner offenbaren sich einander und zeigen sich dem anderen.

3. Die Beziehungsebene

Diese Ebene sagt etwas über die Beziehung der Gesprächspartner zueinander aus. Der Sender teilt dem Empfänger mit, was er von diesem hält und wie er die gemeinsame Beziehung wahrnimmt.

4. Die Appellebene

In dieser Ebene steht der Appell, die Aufforderung zum Handeln oder zum Nicht – Handeln im Vordergrund.

Zur Veranschaulichung:

 

Aussage: „Das Geschirr vom Frühstück steht immer noch auf dem Tisch.“

Sachebene: „Das Geschirr von Frühstück steht immer noch auf dem Tisch.“

Selbstoffenbarungsebene: „Ich kann eine unaufgeräumte Küche nicht leiden.“

Beziehungsebene: „Immer muss ich die Küche aufräumen, nie hilfst du mir.“

Appellebene: „Räum das Geschirr weg!“

Solche Beispiele können wir bis ins Unermessliche weiterspinnen, wollen wir aber nicht. Wir wollen verstehen. Treffen Frauen und Männer in einem Gespräch aufeinander, treffen ebenso aufeinander:

1. unterschiedlich gelernte Kommunikationsmodelle

2. unterschiedliche Sprachebenen

3. unterschiedliche Wahrnehmungsebenen

Machen sich Frauen und Männer diese Punkte bewusst, ist der erste Schritt in Richtung Verbesserung der Kommunikation getan. Meistens ist sich das bewusst machen das Schwierigste, schließlich will ja niemand Schuld haben am Kommunikationsdilemma. Allerdings geht es darum doch gar nicht. Jeder ist ein Individuum und jeder von uns hat seine Geschichte.

Vielmehr geht es doch darum, einander zu verstehen, aneinander zu wachsen und zu reifen. Unsere Eltern gaben in unserer Erziehung das Beste was möglich war. Und wenn unsere Mama meistens auf der Appellebene sprach, dann hatte das seine Gründe. Gründe die wir erfragen können, wenn wir die Möglichkeit haben. Und sicherlich hat uns das in bestimmten Situationen auch weitergebracht, wenn wir eben ganz klar sagen konnten, was wir vom Anderen im Tun erwarten. Ebenso hat es uns geschützt, wenn wir nicht von uns sprachen und eben die Selbstoffenbarungsebene vernachlässigt haben. Das ist – in meinen Augen – alles in Ordnung. Solange bis wir eben merken: „Ui, irgendwie funktioniert meine Kommunikation nicht. Mein Mann versteht mich nicht, meine Kollege reagiert nicht auf meine Gesagtes und mein Chef hört mir sowieso nicht zu.“ Dann ist die Zeit reif etwas zu ändern.

Ein Anfang um die Kommunikation zu verbessern

 

Diese vier Ebenen zu kennen, ist ein Anfang. Sich damit zu beschäftigen, in welcher Ebene man selber spricht und warum das so ist. Sich zu erinnern: Wie wurde daheim miteinander gesprochen? Wie haben meine Eltern miteinander kommuniziert? Welche anderen Vorbilder im Bezug auf die Kommunikation gibt es in meinem Leben? Beziehen wir es auf Frauen und Männern, bleibt festzustellen:

– jeder hat eine andere Kommunikationserziehung erlebt

– Mädchen und Jungen werden unterschiedlich erzogen (sowohl in ihrem Kommunikationsverhalten, wie auch in anderen Bereichen)

– Frauen und Männer haben individuelle Rollenbilder (sowohl persönlich, wie auch gesellschaftlich)

Heisst das, es gibt gar keinen Unterschied in der Kommunikation zwischen Frauen und Männern?

 

Doch, den gibt es – genauso wie zwischen Frauen und Frauen + Männern und Männern. Es liegt eben nicht am Geschlechtsgen, wie unsere Kommunikation funktioniert, sondern eher an der Art und Weise, wie wir gelernt haben zu kommunizieren.

Sicherlich reden Frauen bedeutend mehr und Männer eher weniger. Und sicherlich können Männer in manchen Situationen bedeutend besser schweigen, als Frauen.

Schauen wir uns dann die verschiedenen Gesprächsebenen an, erkennen wir die dahinterliegende Aussage. Weiterhin wird deutlich, dass sich sowohl wir Frauen, als auch unsere lieben Männer nur so verhalten – wie es die Umwelt erwartet. Schließlich könnten sonst keine Bücher mehr zum Thema geschrieben und keine Filme mehr gedreht werden.

Fazit

 

1. Die Kommunikation ist ein Kreislauf. Sie ist keine linearer Prozess mit Anfang und Ende, sondern ein immer andauernder Zustand.

2. Eine Nachricht hat unterschiedliche Ebenen

3. Für eine gelungene Kommunikation hilft ein Abgleichen der unterschiedlich benutzten Kommunikationsebenen

4. Frauen und Männer kommunizieren unterschiedlich – so wie eben jeder von uns individuell ist

Ich wünsche dir viel Freude beim Entdecken, Ausprobieren und Erleben. Für kleine Hilfestellungen in der Umsetzung kannst du dich jederzeit an mich wenden. Sowohl per Email als auch persönlich bin ich als Unterstützung für dich da.

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Jana Ludolf ist Psychologische Beraterin und Kommunikationstrainern. Mehr über sie findest du hier!

„Die Sprache ist die Kleidung der Gedanken.“ Dieses Zitat von Samuel Johnson begleitet mich seit vielen Jahren und sagt genau das aus, was ich mit meiner Arbeit als Kommunikationstrainer & psychologische Beraterin erreichen möchte: Menschen unterstützen ihre Kommunikation zu fördern, zu verbessern und zu stärken.

Können Menschen ihre Gedanken ausdrücken, ihre Bedürfnisse klar benennen und ihren Wünschen Ausdruck verleihen – dann besteht die Chance auf ein entspannteres Leben.

Ich arbeite seit meinem 18. Lebensjahr mit Menschen zusammen und ich habe erlebt wie sich eine gestörte Kommunikation negativ auf das eigene Leben auswirken kann. Konflikte, Streit und ungelebte Träume führen zu verhärteten Fronten und dann ist eine mögliche Lösung in weiter Ferne.

Mit einer gemeinsamen Reise schaffen wir es, dass du dich gehört fühlst, dein Bedürfnisse und Wünsche klar benennen kannst und auch in schwierigen Gesprächen gut vorbereitet bist.

Kommunikation zwischen Männern und Frauen – Der kleine feine Unterschied
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3 thoughts on “Kommunikation zwischen Männern und Frauen – Der kleine feine Unterschied

  • Der liebe Herr von Goethe hat so recht. 😉 Ich mag dieses Zitat sehr, weil es die (manchmal) kompliziert scheinende Kommunikation zwischen Menschen sowas von auf den Punkt bringt. Ich existiere nur im Kontext mit anderen. Und dafür muss ich andere verstehen. Will ich erfolgreich kommunizieren, ist es ratsam, die Welt des Anderen zu verstehen oder zumindest verstehen zu wollen. Jeder lebt in seiner eigenen Welt und kommuniziert in dieser, wie er es für richtig hält und wie er es gelernt hat. Und die Kommunikation zwischen Mann und Frau ist noch einmal (scheinbar) schwieriger, weil Mädchen und Jungen unterschiedlich erzogen werden. Verstehe ich die Sprache des anderen, fällt Kommunikation auch leichter. Dafür muss ich offen, aufmerksam und tolerant sein und die (Fremd-) Sprache des Anderen erlernen. :-)

  • Bei der Kommunikation ist es so wichtig sich auch in die andere Person hinzuversetzen und zu verstehen warum jemand etwas sagt. Da sind die vier Ebenen sehr hilfreich. Wenn der Partner sagt das Geschirr sei schmutzig macht er vielleicht tatsächlich nur eine Feststellung, aber das Gegenüber fühlt sich angegriffen. Im zweilfelsfrei einfach mal nachfragen: „Und jetzt :)?“

    Immer wieder wichtig, sich das zu vergegenwärtigen! Wenn das mehr Menschen täten wäre es viel friedlicher auf unserer schönen Welt :)

    In diesem Sinne einen harmonischen Tag euch allen!
    Steffi

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