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Hallo Smart-Ladies,

einen Gastartikel für Martje zu schreiben ist Ehre und Herausforderung gleichzeitig.

Einerseits traut sie mir damit zu, in ihrem Hoheitsgebiet schwimmen zu können, andererseits spornte es mich ungemein an, sie nicht zu enttäuschen. Schließlich hat sie intelligente, bodenständige, smarte Ladies als Coachees. So habe ich also während der Entstehung des Textes jede Passage „durchlebt“ und glaubt bitte nicht, ich hätte jeden erdenklichen Fehler, den ich hier beschreibe, ausgelassen. Oh nein, ganz im Gegenteil. Als völlig impulsiver Mensch habe ich die meisten davon gleich mehrmals gemacht. Aus diesem Grunde sei es gestattet, dass ich am Ende einen Rat gebe. Die Entscheidung fiel auf einen Artikel über die Schwierigkeit, das zu tun, was Du „eigentlich“ willst. Also ohne Angst davor, was andere dazu sagen und besonders, wo diese blockierenden Gedanken ihren Ursprung haben.

Komm doch noch mal ganz neu rein!

Es scheint eine Aufbruchstimmung durch die Welt zu gehen.

 

Aufbruch_smart-ladies

Wir können nur vermuten, wie es dazu kam. Vielleicht genauso wie 1968? Wir erinnern uns, die Generation x (geboren zwischen 1960 und 1980) wuchsen bereits hinein in Rebellion, Status, Gleichberechtigung, hörte aber noch ständig die Geschichten der Eltern und Großeltern, dass das doch alles mal anders war und keiner wisse, wo das noch hinführe. Die Generation y (in den späten 80-ern geboren) weiß davon beinah nichts mehr, ganz selbstverständlich nahmen sie alles hin, was vor ihnen mühsam und teils schmerzhaft erkämpft wurde. Gut, das ist das Recht einer jeden Generation, sie darf mit den neuen Errungenschaften aufwachsen. Eines aber haben sowohl die x-ler als auch die y-er gemeinsam.

Sie kriegen die Krise!

 

Krise ist das Wort der Zeit.

Ölkrise, Schuldenkrise, Bankenkrise, Stahlkrise, Wirtschaftskrise, Finanzkrise, wo man hinhörte, Krisen.

Bis es uns zum Hals raushing.

Ja, ganz richtig, kein Unterschied zum Jahre 2015! Erschreckend oder?

Warum ich darüber schreibe? Weil es trotzdem oder gerade deshalb möglich war, das Frauen sich weiterentwickelt haben. Männer vermutlich auch, ist aber heute nicht unser Thema ;-).

Wir sind nicht in eine tiefe depressive Phase geraten. Wir haben zugehört, nach dem Prinzip trial & error gelebt, besser gemacht, anders gemacht, neu gemacht.

Und geschafft haben wir es auch noch alles.

Wenn man bedenkt, dass 1918 darüber entschieden wurde, dass Frauen ab 1919 wählen dürfen, ist es eine ganze Menge, was wir da vorangetrieben haben.

Was, verdammt noch mal, lässt uns dann immer noch so KLEIN fühlen?

 

Wir genießen Bildung, suchen uns Arbeitsplätze, suchen uns sogar den Partner aus, entscheiden, ob wir Kinder möchten, wählen die Kindergärten und Schulen aus, können hämmern, bohren, dübeln, sägen, tapezieren und Autos reparieren (sorry, das ist mehr als der heutige Durchschnittsmann kann). Wir werden Informatikerinnen, Architektinnen, Polier und Installateurin, Chefin und Managerinnen.

Nur eines hat uns immer noch niemand beigebracht – WERT – Gefühl.

Und das macht mich unendlich wütend.

Nicht, dass wir es uns nicht wünschen würden oder gar alles dafür täten.

Nein, ziemlich vorsintflutlich wird von außen alles getan, damit wir dieses bloß nicht entwickeln.

Wir verdienen immer noch weniger als die Männer, obschon wir haargenau den gleichen Job machen. Wir bekommen die hervorragenden Stellen nicht, denn wir haben eine ziemlich widerliche Eigenschaft an uns, wir kriegen Kinder. 😉

Wir sind in Vorstandsetagen kaum vertreten, weil wir zu weiblich sind.

Wir werden von anderen Frauen Rabenmütter genannt, wenn wir Karriere und Kind wollen.

Okay, ich will euch nicht langweilen, denn das wisst ihr ja alles.

Weil Du es bis hierhin geschafft hast, dran zu bleiben, belohne ich Dich ab hier mit zeitgemäßem Text. (ich habe Dich nämlich mit Absicht in die psychologische Falle der „miesen Stimmung“ geschickt, nicht böse sein.)

Antiquariat: Werte, gut erhalten, in liebevolle Hände abzugeben

Warum dann aber immer wieder dieses scheußliche Gefühl des niedrigeren Selbst-Wertes?

TrustYourself

Weil dieses gebetsmühlenartige Herunterleiern von Meinungen und Vorurteilen von Glaubenssätzen (vermeintliche Wahrheiten), von übergestülpten Werten und gesellschaftskonformen Normen immer noch anmutet, wie vor 100 Jahren.

Schockierend aber wahr.

Immer noch findet ein innerer Abgleich mit diesen veralteten Maßstäben statt. Ob wir wollen oder nicht.

Was so alles richtig oder falsch ist, gut oder schlecht ist, das sagen uns die Stimmen in uns, das innere Team oder die Ursprungsfamilie. Und weil wir ein natürliches Bedürfnis haben, gemocht zu werden, richten wir uns –so gut es geht- danach. Was heißt nun wir?

Also alle?

Nein, Jungen und Männer nicht, sie streben nicht so sehr die ultimative Harmonie an, wie wir Mädels. Sie sind mehr auf Kampf im Sinne von

Kräfte messen aus. Sie suchen Anerkennung, Macht und Sieg.

Nicht das rosa Wölkchen, auf der sie jeder mag.

Das wäre also das Erste, was wir zu lernen hätten.

Wir müssen hinterfragen, ob wir denn selbst an diese Werte glauben oder ob wir diese einfach nur übernommen haben. Hast Du jemals hinterfragt, ob das Leben wirklich hart ist? Hast Du jemals hinterfragt, ob der Ernst des Lebens mit dem Eintritt in die Schule wirklich beginnt? Oder hast Du es selbst schon zu Deinen Kniebeißern gesagt? Siehst Du.

Ist Dir klar, ob erst die Arbeit und dann das Vergnügen kommt? Hast Du ernsthaft mal über den Satz nachgedacht: Das Leben ist kein Ponyhof oder Wunschkonzert? Genau, hast Du nicht, ist nämlich selbstverständlich! Mit diesem Wissen bist Du ja schließlich aufgewachsen.

So, jetzt bist Du schon wieder reingetappt! Und ich frage Dich jetzt:

Warum nicht? Warum kann Arbeit kein Vergnügen sein, warum soll das Leben kein Wunschkonzert sein? Warum ist es kein Ponyhof???

(nimm Dir doch mal diese eine Minute, um darüber nachzudenken, bitte)

Wenn Du nun weiterliest, dann wirst Du reichlich dafür belohnt, es zeigt außerdem, dass Du intelligent und lernfähig bist.

Ich habe es schon wieder getan. Dir eine zwielichtige Wahrheit verkauft.

Nämlich die if / than Strategie.

Ein typischer Satz von Eltern, Lehrern, Vorgesetzten. Die Wenn-Dann Klatsche. Wenn Du den Teller nicht leer isst, gibt es morgen schlechtes Wetter. Wenn Du mit diesen Sachen zur Schule gehst, werden die anderen Dich auslachen… Wenn Du dies jetzt tust, dann…Wenn Du jenes nicht machst, dann…..

Kommt Dir bekannt vor, nicht wahr?!

Spürst Du, wie ängstlich Du darauf reagierst?

Konntest Du spüren, wie gerne Du belohnt werden möchtest für das Weiterlesen?

Wenn ja, dann geht es Dir wie beinah allen Frauen, Wenn nein, dann darfst Du an dieser Stelle zu lesen aufhören 😉

Was ich erreichen möchte, ist ein neues Gespür um, DEINE eigenen Ansichten, Werte, Wahrheiten herauszufinden. Die übernommenen in Frage zu stellen oder zumindest diese zu hinterfragen. Es müssen ja nicht alle schlecht sein. Aber ist es etwas wahr, nur weil es selbstverständlich ist?

Du brauchst für ein SELBST-BEWUSST-SEIN ein eigenes, selbst erschaffenes Wertesystem. Deines!

Trau Dich ruhig mal an Fragen heran wie:

∼ Habe ich wirklich keine (andere) Wahl?

∼ Ist das m e i n Ziel?

∼ Was hält mich wirklich davon ab, so zu sein, wie ich gern wäre?

∼ Will ich wirklich abnehmen oder doch nur jemandem gefallen?

∼ Will ich Sport machen, oder muss es sein, weil es „in“ ist?

∼ Möchte ich Weihnachten von einem Verwandten zum nächsten rennen, oder lieber mit Mann und Kind vor dem Kamin in einer Winterlandschaft sitzen?

Was ist denn so schlimm daran, mal faul zu sein, mal nein zu sagen, mal nicht zu tun, was alle erwarten, mal zu sich zu stehen?

Glaubenssätze

Richtig, es kratzt an Deinem Selbst- Bewusst-Sein, aber nur so lange, wie Du Deine Wünsche noch nicht als Selbst-Wert empfindest.

Nicht nur die Angst vor der Veränderung, sondern auch vor den Urteilen anderer, bremst Dich hier gerade gewaltig aus.

Alle übernommenen Hypotheken (Glaubenssätze) aus Deinem bisherigen Leben kippen, wenn Du endlich das tust, was Du am liebsten tun würdest.

Es können Kleinigkeiten sein, wie zum Sport zu gehen, länger zu schlafen, dazu zu stehen, dass Du jetzt aber eine andere Sendung (als Fußball) sehen möchtest, oder die Haare kurz oder lang, rot oder grün haben möchtest.

Und ja, es werden sich Riesenbremsen zeigen, Freunde, die Dich plötzlich komisch finden, sie wollen nicht, dass Du Dich änderst, denn sie haben Verlustangst (außerdem konfrontierst Du sie mit ihren eigenen Defiziten). Du bist doch eine von ihnen und das möge bitte so bleiben.

Auch Deine eigene Familie kann befremdlich reagieren. Was ist denn mit der los? Midlife-Crisis? Da war sie wieder die Krise. Oder ist die etwa verliebt, dreht sie jetzt ganz durch?

Denn es kann ja gar nicht sein, dass Du Dich einfach mit Dir selbst beschäftigt hast und zu der Erkenntnis gekommen bist, dass Du -tief drinnen- gar nicht DU warst, sondern eine Anhäufung von Urteilen, Wertvorstellungen, Traditionen, Knock-out-Strategien und Wahrheiten.

Frage Dich, wieviel diese Dinge mit DIR zu tun haben.

Wer wärst Du, könntest Du noch mal neu reinkommen?

 

Trust_Boss

Wer bist Du, wenn Du für einen Tag sein dürftest, wie Du willst und alle, die Du kennst, wären an diesem Tag „eingefroren“, bekämen also nichts davon mit?

Wenn DU diese Frage herrlich ehrlich beantwortet hast, bist Du nicht nur Deinem Selbstbewusstsein ein ganzes Stück näher gekommen, sondern auch Deinem Selbstwert. Denn das Eine geht ohne das Andere nicht.

Wenn Du Dich nun noch bei jeder Entscheidung fragst, ob sie wirklich zu Dir passt, dann bist Du bald wirklich DU.

Und das, scheint mir, ist die neue Rebellion, Rebellion 2.0 sozusagen, wir wollen unseren Wert kennen, ihn leben, ihn akzeptiert wissen und Ladies, warum eigentlich nicht?

Lasst uns diesen einen Part von den Herren der Schöpfung abgucken, jeder einzelne davon ein Held, Niederlagen kennen sie nicht, höchstens die Chance zur Revanche. Sie müssen nicht von jedem geliebt werden, ein gesundes Maß an Achtung und Respekt gemischt mit ein wenig Machtgetöse reicht ihnen völlig 😉 Sie haben keine Feinde, sondern Herausforderer.

Magst Du einen Rat mitnehmen auf diesem Weg?

 

Mache kleine Schritte, nein, noch kleiner, gib Deinem Umfeld die Möglichkeit, mit Dir in Deine Selbst-Werdung hineinzuwachsen. Überfordere sie nicht. Sie sind-genau wie Du-, mit Schablonen von Glaubenssätzen aufgewachsen und haben es n o c h nicht in Frage gestellt. Finde in aller Ruhe heraus, wer oder was Du sein könntest, gib Dich Tagträumen hin (beim Zähneputzen oder so), dann fange ganz langsam an, mach den allerersten kleinen Schritt in Deine Richtung.

Verliere nicht Deine Achtsamkeit auf dem Weg, „Deine“ Menschen lieben Dich ja bereits, wie Du bist – also nimm sie mit. Behutsam.

Oder würdest Du lieber direkt mit ein paar Übungen beginnen, schließlich bist Du ein Macher, sonst wärst Du ja nicht auf diesem genialen Blog von Martje, sie unterstützt Dich im Übrigen prima auf dem Weg zu Deinem echten Ich. Dann habe ich hier passende Fragen für Dich.

Aber Vorsicht: die Bearbeitung kann massive Verbesserungen herbeiführen.

Deine Glaubenssätze und Dein Leben:

 

Hat Dir eine übernommene, nicht hinterfragte Wahrheit etwas genommen?

Hast Du Dich möglicherweise selbst betrogen?

Hat es möglicherweise sogar Deine Beziehungen eingeschränkt?

Welche schlechten Gefühle basieren auf diesen Überzeugungen?

Was hast Du auf Grund dieser Hypotheken evtl. unterlassen?

Hast Du einiges davon bereits auf Deine Kinder übertragen?

Haben Dich diese Glaubenssätze schon mal blockiert?

Was glaubst Du, wovor bewahren Dich manche übernommenen Werte sogar?

Was bereust Du in einigen Jahren, wenn Du nicht mit der Änderung beginnst?

Immer, wenn Du gern anders reagiert hättest, was hat Dich zurückgehalten? Deine Überzeugung oder eine übernommene Wahrheit?

Lilli_Quovadix

Elke Dola (gen. Lili) Bewerbungsexpertin, Bloggerin, gepr. psych. Beraterin, zert. Referentin  für Pubic Relations und Öffentlichkeitsarbeit für, Inh. der Akademiedigital vorwiegend für Nachwuchsführungskräfte, Dozenten und Lehrer. Schokoladenliebhaberin und Nougatesserin.

www.quovadix.de

Komm doch noch mal ganz neu rein!
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5 thoughts on “Komm doch noch mal ganz neu rein!

  • Tolles, spannendes und überaus wichtiges Thema!! So oft denke ich mir in manchen Situationen, wieso das jetzt genau so abgelaufen ist. Und oft sind es vorprogrammierte Reaktionen, die einfach abgespielt werden, ohne dass wir darüber nachdenken – genau wie du es beschreibst.

    Manchmal schaffe ich es, vor einer Reaktion die Automatik auszuschalten und so zu handeln oder das zu sagen, was ICH möchte und nicht das, was ich sonst sage, um zu gefallen, um nicht aufzufallen, um mich angepasst zu zeigen. Ich arbeite daran, dass das häufiger der Fall ist.

    Auch der Punkt der Harmoniebedürftigkeit betrifft mich, ich meide Konflikte aber manchmal sollte man tatsächlich „egoistischer“ sein und zuerst auf sich selbst und die eigenen Werte achten. Danke für diesen Artikel!

    1. Liebe Celine,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Du bist schon weit gekommen, wenn du dein Verhalten reflektierst und erkennst, welches Verhalten du ändern möchtest. Du schreibst, du schaffst es sogar schon manchmal, dich so zu verhalten, wie du möchtest – ohne Rücksicht auf die Reaktion. Das ist toll! Mach weiter so!
      Ich tappe auch leicht wieder in die Automatik-Falle, aber je öfter ich sie ausschalte, desto seltener traut sie sich aus ihrem Loch 😉
      Alles Liebe,
      Martje

  • Super Beitrag! Hab mich jetzt (nicht mehr) immer angesprochen gefühlt und das ist in Ordnung. Verstehe, was gemeint ist und der Ansatz bzw. Weg ist super (richtig und wichtig).

    Lieben Dank und weiterhin viel Freude und Erfolg beim Bloggen und Co! :)

  • Ja, das „automatische Handeln“ ist etwas, das mir auch zu gut bekannt ist. Aber mittlerweile habe ich es „erkannt“ und schalte immer häufiger auf „manuell“. Das hat schon die eine oder andere Reaktion hervorgerufen. Ich bekomme auf einmal ein „Danke“ für Tätigkeiten, die ich früher immer und „automatisch“ gemacht habe, jetzt aber nur noch nach „Laune“ oder „Bitte“. Huch – Weniger ist also manchmal mehr? Ja, anscheinend. Weil ich angefangen habe, mich selber mehr wertzuschätzen, indem ich meine „kleinen“ Wünsche auch mal vor das übliche Wollen der Anderen stelle, sind meine Handlungen auf einmal mehr Wert (in den Augen der Anderen). Diese Erkenntnis hat mich beinahe wie ein Schlag getroffen und mich meine eigenen Werte nach 15 Jahren Ehe mal gehörig überdenken lassen. Jetzt (da ich meine „Brille“ geputzt habe) kann ich auch endlich die anderen Frauen verstehen, die – obwohl verheiratet – immer auch ihr eigenes Leben geführt haben. Ich baue mir meines jetzt Stück für Stück wieder auf.

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